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Die Andacht aus dem Gemeindebrief


9. Juni 2022

Vor einigen Tagen hatten wir einen kleinen Vorgeschmack auf den Sommer. Die Temperaturen haben viele gefreut – endlich wieder mit leichter Bekleidung im Freien unterwegs sein und hier und dort eine kühle Erfrischung genießen.

Den Durst mit einem wohlschmeckenden Getränk oder nur schlicht mit Wasser stillen zu können, ist sehr angenehm. Wenn die Temperaturen noch weiter steigen und wir im Freien arbeiten, dann merken wir sehr schnell: den Durst stillen ist auch lebensnotwendig.

Hier in Deutschland leben wir in der komfortablen Lage, genug Durststiller zu haben. Wasser ist (immer noch) ausreichend vorhanden – im Gegensatz zu vielen Teilen der Erde. Diese Knappheit ist ein großes Problem, weil dieser Mangel das Leben vieler Menschen bedroht und zu militärischen Auseinandersetzungen führen kann.

Durst als Mangelerscheinung unseres Körpers nehmen wir sehr schnell wahr und schaffen Abhilfe. Schwieriger ist es, den Durst nach einem sinnvollen und erfüllten Leben zu stillen. Diese Sehnsucht hängt mit Gott, unserem Schöpfer, zusammen. Er hat uns das Leben geschenkt, uns als sein Gegenüber geschaffen. Deshalb können wir unseren Durst nach Glück, Liebe und Frieden letztlich nur in der Gemeinschaft mit ihm stillen. So sagt es uns die Bibel an vielen Stellen und ganz konkret die Beter des 42. Psalms: „Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott.“

Diese Aussage ist keine theoretische Feststellung, die den Betern beim Nachdenken über ihr Leben in den Sinn kam. Für sie ist dieser Durst eine Bedrohung, die sie herausschreien. Hier sehnen sich Menschen aus tiefstem Herzen nach Gott, nach der Gemeinschaft mit ihrem Schöpfer. Sie empfinden Gottes Verborgenheit als einen Mangel, der ihnen schwer zu schaffen macht. Denn sie können diesen Gott denen, die sie verspotten, nicht vorzeigen. Von ihrem Gott gibt es kein aus Holz oder Stein hergestelltes Abbild. Doch sie wissen: Im Gegensatz zu den toten und stummen Götzen der sie umgebenden Völker kann man mit dem Schöpfer reden. Er ist ein lebendiger Gott, der Antwort schenkt auf ihre Fragen, der sich ihrer Not annimmt, der sie ermutigt und den Durst nach Leben stillt – immer wieder neu.

Diese Zuversicht wünsche ich unseren Gemeindegliedern und allen, die diese Zeilen lesen. Lasst den Durst nach Leben von ihm, dem lebendigen Gott, stillen. Sucht bei ihm, was ihr zum Leben braucht.

Herzliche Grüße und Gott befohlen.

Ihr / euer Pfarrer

Ehrenfried Krüger

Foto: Christian Schönfeld