Kirche Weißenborn
Kirche Weißenborn – da fehlt doch etwas!?
Die Weißenborner Kirche befindet sich unweit vom Kreisverkehr in Richtung Freiberg auf der linken Seite. Sie steht etwas zurückgesetzt und wird vom Friedhof umgeben. In direkter Nachbarschaft befinden sich das schön sanierte Schloss, das Torhaus und die Gemeindeverwaltung. Der davor befindliche Dorfplatz ist im Sommer mit Wasserspielen gestaltet. In der Adventszeit dreht sich hier die große Pyramide. Das im Jahre 1700 erbaute Pfarrhaus steht parallel zur Straße und ist durch seinen historischen Fachwerkgiebel nicht zu verfehlen. Einige Parkplätze sind auf dem Dorfplatz vorhanden, weitere befinden sich vor der schräg gegenüberliegenden Schule oder neben dem Kreisverkehr in Richtung Frauenstein.

Die Dorfkirche mit dem ca. 27 m hohen Turm ist von vielen Generationen baulich geprägt. Die Besucher entdecken es an den verschiedenen Fensterformen und auch Wandstärken – wenn sie genauer hinschauen. Es gab immer wieder Veränderungen und Anbauten – so wie das Leben sich eben gestaltet!

Im Inneren fällt das von der Deckehängende lebensgroße gotische Kruzifix sofort ins Auge. Das aus dem Ende des 15. Jahrhunderts stammende geschnitzte Kreuz mit der Christusfigur wurde im Jahre 2008 restauriert. Der stützenfreie protestantische Kirchenraum wird von einer bemalten Felderdecke abgeschlossen. Ein dominantes Rundbild, eingerahmt von den Brustbildern der Apostel, ist immer einen Blick nach oben wert.
Die Innenausstattung unterlag ebenfalls vielen modernisierenden Eingriffen. Bis 1957 gab es einen hölzernen Kanzelaltar, welcher dann jedoch einem aus drei Steinplatten bestehenden Altartisch weichen musste. ser ist mit reliefierten Emblemen von Brot und Wein geschmückt. Eine Kanzel gibt es seitdem nicht mehr. Das Taufbecken rechts vom Altar wird von geflügelten Engelsgesichtern, Wappen und der Jahreszahl 1560 geschmückt. In diesem Jahr verstarb Georg von Hartitzsch. Die Hartitzschs waren die damaligen Schlossbesitzer und prägten in vielen Teilen die Ausstattung der Kirche. In der Chronik von 1963 ist auf einem Foto sogar noch ein Deckel zu sehen – dieser ist leider abhandengekommen. Im Altarraum befinden sich noch mehrere Epitaphe, welche verschiedene Mitglieder der Hartitzsch-Familie zeigen. Das bedeutendste Kunstwerk der Weißenborner Kirche und eine sächsische Spitzenleistung ist das Hartitzsch-Hängeepitaph. Anlässlich seines 400jährigen Bestehens wurde es durch zahlreiche Spenden im Rahmen der 850-Jahr- Feierlichkeiten von Weißenborn im Jahr 2013 restauriert.

Das Kirchgeläut besteht aus drei Bronzeglocken. Die Kleinste wurde vom Freiberger Glockengießer Wolff Hilliger im Jahre 1591 gefertigt.
Die Kirche besitzt für die musikalische Gottesdienstausgestaltung eine Schleifladenorgel aus dem Jahr 1871. Beides – Glocken und Orgelpfeifen – fielen Kriegsabgaben zur Waffenherstellung zum Opfer und wurden dann nach und nach wieder ersetzt.
Schauen Sie einfach mal rein und entdecken die fehlenden Gegenstände!
Dorit Weitzmann