Kirche Brand-Erbisdorf

Annehmbar stand eine Kirche bereits zur Zeit der Besiedlung im 12. Jahrhundert, bekannt sind aber erst Umbauten aus der Zeit nach der Reformation. 1598 erfolgte der Bau eines hölzernen Glockenturmes durch Melchior Gerber. Beim Brand des Erbisdorfer Erbgerichts 1835 wurden auch Kirchturm und Glocken zerstört, so dass 1836 der Turm neu errichtet und drei neue Glocken beschafft wurden. Zwei dieser Glocken mussten 1917 abgeliefert werden. Man erhielt dafür 1922 vier neue Klangstahlglocken aus Apolda, die bis heute ihren Dienst verrichten.

Kirche Brand-Erbisdorf

Der Innenraum der Kirche war ursprünglich eine Saalkirche. Erst durch den umfangreichen Umbau 1928/29 entstand das Bild mit dem nischenartig eingeengten Altarplatz. Allerdings wurden dadurch die drei Fenster im Altarraum verdeckt, wovon eins bunt verglast ist.

1730 spendete die Brander Bergknappschaft einen neuen Kanzelaltar. Die Schnitzereien des Vorgänger-Altars wurden in der Kirche verteilt z. B. finden sich an der Kanzel von heute die vier Evangelisten. Bei der Erneuerung der Kirche 1929 wurde der Altar durch einen einfachen aus Sandstein in Tischform ersetzt. Das noch heute darauf stehende Kruzifix spendete 1774 der Bergschmiedemeister und Gerichtsschöppe Carl Gottfried Hofmann.

Die Orgel baute 1772 – 1774 der Orgelbauer Adam Gottfried Oehme, ein Mitarbeiter von Gottfried Silbermann, in der Freiberger Werkstatt. Sie wurde 1994 von der Fa. Jehmlich aus Dresden restauriert.

Der Taufstein aus Sandstein von Bildhauermeister Paul Jäckel aus Dresden wurde 1929 von der Familie Weinhold vom Dampfhammerwerk (später PSW) gespendet. Der Vorgänger-Taufstein von den Graf Einsiedel‘schen Eisenwerken von 1870 steht im Vorraum der Kirche.

In der Kirche befinden sich einige Kunstgegenstände. Der Bergmann aus Sandstein (links vom Altarraum) wurde 1585 von Samuel Lorentz geschaffen und war ursprünglich ein Kanzelträger. 1735 entstand ein hölzernes Epitaph von George Herrmann, Obereinfahrer und Berggeschworener beim Bergamt Freiberg, verstorben 1728 in Erbisdorf. Lehrer Dr. Georg Paul Rülke (geb. 1883) fand heraus, dass Robert Schumann in der 5. Generation von diesem Ehepaar abstammt. Unter der Kanzel hängt ein Epitaph für den 1785 gestorbenen Pfarrer Friedrich Samuel Sturz, gestiftet von seinem Sohn Friedrich Wilhelm Sturz, Rektor der Fürstenschule in Grimma.

Während der kleine Ort St. Michaelis eine eigene Kirche hat, sind alle Bemühungen von Brand, Kirche und Friedhof zu bekommen, gescheitert. Durch die Vereinigung von Brand und Erbisdorf 1912 hatte sich das Problem aber erledigt.

Maria Sauter / Christine Grafe