Kirche St. Michaelis

Die kleine, hübsche Sommer-Kirche von St. Michaelis befindet sich an der Talstraße Richtung Oberschöna auf der rechten Seite. Sie wird vorzugsweise für Taufen und Eheschließungen, aber auch für Gottesdienste genutzt, da sie eine große Wiesenfläche um die Kirche mit angelegten Beeten und Blühwiese hat.

Der Name bezieht sich auf die dem Erzengel Michael gewidmete Kapelle, errichtet an einer Quelle, deren Wasser man heilende Wirkung zuschrieb. Kirche und Torhaus entstanden um 1200 als romanischer Bau.

Die kleine Kirche mit den Resten des alten Friedhofs ringsum erreicht man durch ein Torhaus, in dem das Epitaph (Grabdenkmal) der Familie Sachße noch teilweise zu lesen ist.

Während des 30-jährigen Krieges verwüsteten Truppen Kirche und Friedhof. Turm und Kirchendach wurden baufällig, die Kirche auch zu klein. So erfolgte 1723 bis 1725 ein Umbau. Durch einen Anbau vergrößerte man die Kirche. Die 1728 angeschaffte Einzeiger-Uhr ist einzigartig.

Im Kirchturm sind zwei Hilliger-Glocken von 1480 und 1516, die dritte ist von Johann Gottfried Weinhold aus Dresden für 20 Taler gekauft. Im 2. Weltkrieg mussten 1940 zwei für Heereszwecke abgegeben werden, die älteste durfte als „Alarmglocke“ hängen bleiben. Beide Glocken fand man im Hamburger Glockenlager und holte sie zurück.

Die älteste Orgel von 1826 war von Orgelbauer Friedrich Jahn aus Dresden. 1896 bekam die Kirche eine neue pneumatische Orgel von der Dresdner Firma Gebrüder Jehmlich. Bei den umfangreichen Renovierungsarbeiten 1968/69 wurden Orgel und Orgelempore entfernt sowie die alten Holzbänke durch neue ersetzt. Ein Keybord wurde 2006 als Orgelersatz angeschafft.

Auf Grund des Hochwassers 2002 waren von 2006 bis 2008 Sanierungsmaßnahmen notwendig. Der Fußboden bekam Klinkerplatten, der Altar wurde neu gemauert und der Taufstein repariert. Es entstand ein neuer Gemeinderaum. Die Firma Steinmetz Steffen Weinhold aus Eppendorf fand bei der Erneuerung der Sandsteingegenstände (Taufstein von um 1400, Altar von 1869) nach Beseitigung aller Farbreste einige schwer erklärbare Details. So befindet sich auf einem Sandsteinkapitell, das als Grundlage für die Holzsäule, die die Empore trägt, verwendet wird, ein Templerkreuz.

Ein besonderer Kunstgegenstand ist die Taufschüssel von 1516, ein Geschenk von Dittrich Rülcke aus Linda und seiner Frau geb. von Honsberg. Diese Familie Rülcke (auch Rülke, Rulicke oder Rulke) besaß Linda etwa von 1340 bis 1672.

Maria Sauter / Annett Grafe